Domain, Hosting und E-Mail: Was deinem Unternehmen gehören sollte
Aqtelo-TeamDesign- und Engineering-Team
- Veröffentlicht
- Fokus
- Deutschland, Schweiz
- Lesezeit
- 4 Minuten

Die Website ist plötzlich offline. Niemand weiß, wo die Domain registriert ist. Die Rechnung ging an eine Adresse, die es nicht mehr gibt. Solche Fälle sehen wir öfter, als man denkt. Fast immer liegt es an Zuständigkeiten, nicht an Technik.
Domain, Hosting und E-Mail sind das Fundament deiner Website. Hier steht, wem was gehören sollte, wo du hostest und warum deine E-Mails im Spam landen können.
Die Domain: auf deinen Namen
Eine Domain kaufst du nicht direkt bei der Registry. Für .de ist das die DENIC, für .ch die Stiftung SWITCH. Du bestellst über einen Registrar, also einen Anbieter, der Domains für dich verwaltet. Die Registry führt dann dich als Inhaber.
Acht auf drei Dinge:
- Inhaber ist dein Unternehmen. Mit korrektem Firmennamen und aktueller Anschrift. Nicht die Agentur, nicht eine Privatperson.
- Zugang liegt bei dir. Das Konto beim Registrar läuft auf eine Firmenadresse, die mehrere Personen lesen.
- Verlängerung läuft automatisch. Mit einer gültigen Zahlungsmethode und Erinnerungen an ein Sammelpostfach.
Eine Domain auf dem Namen einer Agentur macht jeden Wechsel schwer. Bei uns laufen Domain, Hosting und Code von Anfang an auf deinen Namen. Du kannst jederzeit mit einem anderen Team weiterarbeiten.
Wo die Website liegen sollte
Standort: EU oder Schweiz
Hoste in der EU oder in der Schweiz. Das vereinfacht den Datenschutz, weil keine Übermittlung in Drittländer nötig ist. Kurze Wege halten außerdem die Ladezeiten für deine Besucher niedrig. Für jeden Anbieter brauchst du einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Mehr dazu in der DSGVO-Checkliste.
Art: klassischer Server oder moderne Plattform
Ein klassischer Server mit PHP und Datenbank passt zu WordPress. Er braucht laufende Updates und Backups. Moderne Websites auf Next.js laufen oft auf Plattformen, die fertige Seiten weltweit ausliefern. Dort gibt es keinen öffentlich erreichbaren Admin-Zugang und weniger zu warten. Was der Wechsel bedeutet, liest du in WordPress zu Next.js.
Firmen-E-Mail einrichten
Website und Postfächer müssen nicht beim selben Anbieter liegen. Oft ist es besser, sie zu trennen. Die Verbindung entsteht über die DNS-Einträge deiner Domain. Der MX-Eintrag sagt, wohin E-Mails zugestellt werden. Der A- oder CNAME-Eintrag sagt, wo die Website liegt.
So bleibt die E-Mail erreichbar, auch wenn du die Website umziehst. Prüf vor jedem Umzug, wer die DNS-Einträge verwaltet. Ein falsch gesetzter Eintrag legt sonst die Postfächer lahm.
Warum E-Mails im Spam landen: SPF, DKIM und DMARC
Jeder kann eine E-Mail mit deiner Absenderadresse verschicken. Drei DNS-Einträge belegen, welche E-Mails wirklich von dir kommen:
| Eintrag | Was er tut |
|---|---|
| SPF | Listet die Server, die im Namen deiner Domain senden dürfen. |
| DKIM | Signiert jede E-Mail. Der Empfänger prüft die Signatur mit einem öffentlichen Schlüssel. |
| DMARC | Sagt Empfängern, was mit E-Mails passiert, die SPF und DKIM nicht bestehen, und schickt dir Berichte. |
Google und Yahoo verlangen seit 2024 eine Authentifizierung für Absender, die viele E-Mails verschicken. Auch kleinere Absender profitieren davon. Ohne diese Einträge landen Angebote und Rechnungen öfter im Spam.
Vergiss dabei keine Absender. Newsletter-Tool, CRM, Buchhaltung und Kontaktformular senden oft in deinem Namen. Jeder dieser Dienste muss in SPF und DKIM stehen. Beginn DMARC mit einer Richtlinie, die nur beobachtet. Lies die Berichte und verschärf die Regel danach schrittweise.
Zugänge absichern
Registrar, Hosting und E-Mail sind beliebte Ziele. Wer dort hineinkommt, kann deine Website umleiten oder E-Mails mitlesen. Automatisierte Angreifer suchen gezielt nach solchen Konten. Mehr dazu liest du in Agentische Angriffe.
- Aktivier bei jedem Konto einen zweiten Faktor.
- Nutz persönliche Zugänge statt eines geteilten Passworts.
- Entfern Zugänge, sobald jemand das Unternehmen oder Projekt verlässt.
- Aktivier beim Registrar die Transfersperre für deine Domain.
Eine einfache Liste: wem was gehört
Führ eine Tabelle mit diesen Spalten: Dienst, Anbieter, Inhaber, Login-Adresse, zweiter Faktor, Ablaufdatum, Kosten. Trag Domain, DNS, Hosting, E-Mail, Formulardienst, Analytics und Werbekonten ein. Leg die Liste an einen Ort, den mindestens zwei Personen kennen. Prüf sie einmal im Jahr.
Häufige Fragen
Dein Unternehmen, mit korrektem Namen und aktueller Anschrift. Eine Agentur kann die Domain technisch verwalten, sollte aber nicht als Inhaber eingetragen sein.
Nein. Oft ist die Trennung sogar besser. Dann bleibt die E-Mail erreichbar, wenn du die Website wechselst oder umziehen.
Frag zuerst die Person oder Agentur, die die Domain registriert hat. Hilft das nicht, wendest du dich mit einem Nachweis deiner Inhaberschaft an den Registrar. Bei .de-Domains kann auch die DENIC weiterhelfen.
Schick eine E-Mail an ein Gmail-Konto und öffne dort „Original anzeigen“. Gmail zeigt für SPF, DKIM und DMARC jeweils „PASS“ oder „FAIL“.
Der erste Schritt
Schlag heute nach, auf wen deine Domain registriert ist und wann sie abläuft. Trag das als erste Zeile in deine Liste ein. Wie wir Zugänge, Systeme und KI absichern, liest du bei Security.
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