Shopify oder Shopware: Ein fairer Vergleich für Händler in DE und CH

Design- und Engineering-Team

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Fokus
Deutschland, Schweiz
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5 Minuten

Shopify und Shopware sind beide ausgereifte Shopsysteme. Der Unterschied liegt im Betrieb. Shopify mietest du als fertigen Dienst. Shopware ist eine Software, die du selbst hostest oder in einem bezahlten Plan bei Shopware betreibst. Shopify nimmt dir mehr Technik ab. Shopware lässt dir mehr Freiheit bei eigener Logik.

Wir bauen auf Shopify und ziehen Shops dorthin um. Gerade deshalb sagen wir auch, wann ein Wechsel nicht lohnt.

Der Vergleich

ShopifyShopware
ModellSoftware als Dienst, Shopify betreibt allesOpen-Source-Kern zum Selbsthosten, dazu bezahlte Pläne
HostingInklusiveSelbst gewählt oder bei Shopware, je nach Plan
UpdatesShopify aktualisiert die PlattformSelbst gehostet: Du spielst die Updates selbst ein oder beauftragst deine Agentur damit
ErweiterungenApps aus dem App Store, eigene Apps, Shopify FunctionsPlugins aus dem Shopware Store, eigene Plugins mit Zugriff auf den Code
Eigene LogikInnerhalb der Schnittstellen von ShopifySehr weit, bis in den Kern
Partner und PluginsWeltweit, viele Apps auf EnglischStark im deutschsprachigen Raum
Passt zuHändlern, die Technik abgeben wollenHändlern mit Sonderlogik und eigenem Entwicklerteam

Kosten

Beide Anbieter veröffentlichen Preise. Stand Oktober 2026:

  • Shopify: In Deutschland Basic ab 24 €, Grow ab 69 €, Advanced ab 289 € im Monat bei jährlicher Zahlung. Plus ab 2.100 € im Monat. Dazu Zahlungsgebühren. Quelle: Shopify-Preise.
  • Shopware: Die Community Edition ist kostenlos. Rise kostet ab 600 € im Monat, Evolve ab 2.400 € im Monat, jeweils zuzüglich MwSt. Beyond wird individuell berechnet. Shopware richtet die Preise unter anderem nach dem Umsatz über den Shop. Quelle: Shopware-Preise.

Die Lizenz ist nur ein Teil der Rechnung. Bei der Community Edition fallen Hosting, Updates und Sicherheit bei dir an. Laut Shopware braucht ein Konto mit mehr als einer Million Euro Umsatz in 365 Tagen einen bezahlten Plan, um weiter Zugriff auf Konto und Store zu haben. Bei Shopify kommen App-Gebühren dazu. Vergleich die Kosten über drei Jahre, inklusive Agentur und interner Zeit. Mehr dazu in Was kostet ein Shopify-Shop.

B2B

Beide Systeme können Großhandel. Bei Shopware stecken B2B-Funktionen wie Angebote und Einkaufsfreigaben laut Preisseite im Plan Evolve. Kundenspezifische Preise nennt Shopware im Plan Beyond. Bei Shopify gibt es die grundlegenden B2B-Funktionen in allen Tarifen ab Basic. Unbegrenzte Kataloge für Kundenpreise, Teilzahlungen und Anzahlungen bleiben laut Shopify-Hilfe dem Plan Plus vorbehalten. Stand Oktober 2026.

Prüf deine B2B-Abläufe einzeln: Preislisten, Freigaben, Zahlungsziele, Bestellung per Artikelnummer, Anbindung ans ERP. Erst dann siehst du, welcher Plan reicht.

Zahlarten und Märkte

Kunden in Deutschland erwarten oft PayPal, Kauf auf Rechnung und SEPA-Lastschrift. In der Schweiz ist TWINT verbreitet. Beide Systeme binden diese Zahlarten über Zahlungsanbieter an. Shopware nennt Shopware Payments schon in der Community Edition. Bei Shopify sind die Gebühren an den Tarif gekoppelt, bei Fremdanbietern kommt eine Transaktionsgebühr dazu. Prüf für jede Zahlart, welcher Anbieter sie in deinem Land unterstützt.

Wann du bei Shopware bleibst solltest

Ein Wechsel kostet Zeit, Geld und Aufmerksamkeit. Er lohnt sich nicht in jedem Fall. Bleib bei Shopware, wenn:

  • Dein Shop tiefe eigene Logik hat, etwa Konfiguratoren, Preisberechnungen oder Abläufe, die sich nur im Kern abbilden lassen,
  • du ein eigenes Shopware-Team oder eine eingespielte Agentur hast und Updates reibungslos laufen,
  • du Hosting und Datenstandort selbst steuern musst,
  • Dein Shop auf aktuellem Shopware 6 läuft und deine Probleme anders lösbar sind, etwa durch ein schnelleres Theme oder besseres Hosting.

Wann Shopify passt

  • Updates und Plugin-Konflikte binden zu viel Zeit oder Budget,
  • Du willst Hosting und Sicherheit abgeben,
  • Dein Sortiment und dein Checkout folgen weitgehend dem Standard,
  • Du willst neue Märkte, Kanäle oder Zahlarten schnell anschließen,
  • ein großes Update steht ohnehin an.

Ein Sonderfall ist Shopware 5. Laut Shopware endete die Entwicklung im Juli 2024. Wer noch darauf arbeitet, muss ohnehin umziehen, auf Shopware 6 oder ein anderes System. Dann vergleichst du zwei Umzüge, nicht Umzug gegen Bleiben.

Was ein Wechsel zu Shopify bedeutet

  • URLs ändern sich. Shopify setzt feste Pfade wie /products/ und /collections/. Jede alte URL braucht eine 301-Weiterleitung auf die neue. Mehr in Relaunch ohne SEO-Verlust.
  • Plugins werden zu Apps oder eigener Entwicklung. Geh jedes Plugin durch. Manches bringt Shopify selbst mit, manches braucht eine App, manches fällt weg.
  • Varianten passen in ein anderes Raster. Shopify erlaubt laut Hilfe bis zu 2.048 Varianten und drei Optionen pro Produkt. Produkte mit mehr Merkmalen brauchen eine andere Struktur.
  • Passwörter wandern nicht mit. Kunden und Bestellungen lassen sich übernehmen, Passwörter nicht. Bestandskunden legen ihr Passwort neu fest. Plan eine E-Mail an sie ein.
  • Schnittstellen werden neu verbunden. ERP, Versand und Buchhaltung brauchen einen Konnektor für Shopify.
  • Rechtstexte und Checkout prüfen. Bestell-Button, Widerrufsbelehrung, Preise mit Steuer und Cookie-Einwilligung müssen auch im neuen Shop stimmen.

Ein Umzug läuft in festen Schritten: Inventar, Zuordnung der Daten, Testimport, Weiterleitungen, Abnahme, Umschaltung und Überwachung danach. Rankings garantiert dabei niemand. Mit vollständigen Weiterleitungen und einer Prüfung nach dem Start sinkt das Risiko aber deutlich. Wie wir vorgehen, liest du bei Shopware zu Shopify.

Häufige Fragen

Die Community Edition hat keine Lizenzkosten. Hosting, Updates und Entwicklung zahlst du trotzdem. Rechne bei beiden Systemen die Gesamtkosten über mehrere Jahre.

Bei selbst gehostetem Shopware dort, wo du hostest. Bei Shopify auf dessen Infrastruktur, geregelt über einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Nenn den Anbieter in deiner Datenschutzerklärung.

Das hängt an Datenmenge, Plugins und Schnittstellen. Ein Inventar des bestehenden Shops zeigt den Aufwand, bevor das Projekt beginnt.

Garantieren kann das niemand. Mit vollständigen Weiterleitungen, gleichen Inhalten und einer Prüfung nach dem Start bleibt das Risiko klein.

Der erste Schritt

Exportier die Liste deiner installierten Shopware-Plugins und markier, welche du wirklich nutzt. Diese Liste zeigt schnell, ob ein Wechsel einfach oder aufwendig wird. Wie wir mit Shopify arbeiten, liest du bei Shopify.

Geschrieben von

Aqtelo-Team

Design- und Engineering-Team

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