Ladezeit: Was eine langsame Website dich an Anfragen kostet

Design- und Engineering-Team

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Deutschland, Schweiz
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4 Minuten
Lichtspuren auf einer Stadtautobahn bei Nacht.

Eine langsame Website verliert Kunden, bevor sie ein Wort gelesen haben. Das gilt auch im B2B. Entscheider öffnen deine Seite zwischen zwei Terminen, oft am Handy und im Mobilfunknetz.

Ladezeit ist eines der wenigen Website-Probleme, die du genau messen und dauerhaft beheben kannst. Sie wirkt auf drei Dinge: ob Besucher bleiben, ob sie anfragen und wie Suchmaschinen deine Seiten behandeln. Hier stehen die Zahlen mit Quellen, die Zielwerte und die häufigsten Ursachen.

Was die Forschung zeigt

Die bekanntesten Zahlen stammen von Google und dem Analyseunternehmen SOASTA aus dem Jahr 2017. Sie werteten mobile Besuche aus. Verglichen mit einer Seite, die in einer Sekunde lädt, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Absprungs so:

LadezeitAnstieg der Absprungwahrscheinlichkeit
3 Sekunden+32 %
5 Sekunden+90 %
6 Sekunden+106 %
10 Sekunden+123 %

Das sind relative Anstiege, keine Anteile aller Besucher. Handys und Netze sind seither schneller geworden. Das Prinzip gilt weiter: Warten kostet Besucher.

Eine zweite Studie schaut auf Umsatz statt Absprünge. In „Milliseconds Make Millions“ wertete Deloitte im Auftrag von Google 2020 mobile Daten von 37 Marken aus Europa und den USA aus. Eine um 0,1 Sekunden schnellere Seite steigerte die Conversions im Handel um 8,4 % und bei Reiseanbietern um 10,1 %. Das ist ein Durchschnitt unter Studienbedingungen, kein Versprechen für deine Seite. Die Richtung ist aber eindeutig.

Welche Werte als schnell gelten

Google misst das Erlebnis echter Besucher mit den Core Web Vitals. Eine Seite gilt als gut, wenn sie bei mindestens 75 % der Besuche diese Werte erreicht:

KennzahlWas sie misstGut
LCP (Largest Contentful Paint)Wann der Hauptinhalt sichtbar wirdhöchstens 2,5 Sekunden
INP (Interaction to Next Paint)Wie schnell die Seite auf Tippen oder Klicken reagierthöchstens 200 Millisekunden
CLS (Cumulative Layout Shift)Ob Elemente beim Laden springenhöchstens 0,1

Die Werte fließen in die Bewertung der Seitenerfahrung bei Google ein. Du bist ein Signal unter vielen. Eine schnelle, aber leere Seite schlägt keine starke. Unter vergleichbaren Seiten hat die schnellere aber einen Vorteil. Und deine Besucher merken den Unterschied ohnehin.

Warum Seiten langsam sind

Bei langsamen Seiten finden wir immer wieder dieselben fünf Ursachen:

  1. Zu große Bilder. Fotos direkt aus der Kamera oder in alten Formaten. WebP oder AVIF in passender Größe sparen viel Gewicht.
  2. Zu viele Skripte und Plugins. Jedes Tracking-Tool, jedes Chat-Widget und jedes Plugin bringt Code mit. Das Handy muss ihn laden und ausführen.
  3. Langsames Hosting ohne Cache. Der Server baut jede Seite bei jedem Besuch neu zusammen.
  4. Schwere Themes und Page-Builder. du lieferst Code für Funktionen, die deine Seite nie nutzt.
  5. Schriften und Videos, die blockieren. Selbst gehostete Schriften und Videos, die erst auf Klick starten, helfen.

Im B2B kommt oft eine sechste Ursache dazu: Werkzeuge, die über Jahre angesammelt wurden. Ein Chat aus dem letzten Projekt, ein Heatmap-Tool aus einem Test, drei Tracking-Pixel für Kampagnen, die längst beendet sind. Jedes davon läuft bei jedem Besuch mit.

So misst du deine Seite

  • PageSpeed Insights (pagespeed.web.dev) zeigt Laborwerte und, bei genug Besuchen, Daten echter Nutzer.
  • Die Google Search Console gruppiert alle Seiten im Bericht zu den Core Web Vitals nach Status.
  • Ein echtes Handy im Mobilfunknetz zeigt, was deine Kunden sehen. Das Büro-WLAN zeigt es nicht.

Schau zuerst auf das mobile Ergebnis. Prüf deine wichtigsten Seiten einzeln: Startseite, Leistungsseiten, Kampagnenseiten.

Was du dagegen tust

  • Bilder verkleinern und Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs erst beim Scrollen laden.
  • Entfernen, was niemand braucht: alte Tracking-Tags, ungenutzte Plugins und Schriften.
  • Hosting in der EU mit CDN wählen, damit Seiten nah beim Besucher ausgeliefert werden.
  • Seiten vorab erzeugen und zwischenspeichern, statt sie bei jedem Besuch neu zu bauen.
  • Das Fundament tauschen, wenn es das Problem ist. Next.js liefert Seiten als fertiges HTML aus und lädt nur den Code, den eine Seite braucht. Den Umzug von einer Plugin-lastigen Seite beschreibt WordPress zu Next.js.

Next.js macht eine Seite nicht von selbst schnell. Schlecht gebaut ist sie genauso langsam. Es gibt dir aber die Kontrolle über jedes Bild und jedes Skript.

Häufige Fragen

Der Hauptinhalt sollte am Handy nach höchstens 2,5 Sekunden sichtbar sein. So definiert Google einen guten LCP-Wert. Schneller ist besser, denn mit jeder Sekunde steigt die Zahl der Absprünge.

Die Core Web Vitals sind eines von vielen Signalen bei Google. Sie retten keine schwachen Inhalte. Unter vergleichbaren Seiten hat die schnellere aber einen Vorteil.

Ohne deine Daten kann das niemand seriös beziffern. Die Studien zeigen die Richtung. Deine eigenen Zahlen zu Absprüngen und Anfragen pro Gerät zeigen, wie groß der Hebel bei dir ist.

Nein. Langsam machen meist schwere Themes, viele Plugins, große Bilder und schwaches Hosting. Eine schlanke WordPress-Seite kann schnell sein. Eine Plugin-lastige ist es selten.

Indirekt. Seiten, die als fertiges HTML ankommen, liefern ihren Text sofort. Text, der erst durch JavaScript erscheint, sehen manche Crawler womöglich gar nicht. Mehr dazu in In ChatGPT empfohlen werden.

Der erste Schritt

Gib heute deine wichtigste Leistungsseite in PageSpeed Insights ein und notier den mobilen LCP-Wert. Liegt er über 2,5 Sekunden, hast du deinen ersten Hebel. Wie wir Ladezeit und Anfragen zusammen verbessern, liest du bei Growth.

Geschrieben von

Aqtelo-Team

Design- und Engineering-Team

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